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Konjunkturbericht: Industrie treibt Wachstum an

konjunktur mai 17
Die niederbayerische Wirtschaft läuft weiter rund – das Wachstum hat sich aber etwas verlangsamt. In der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage berichten die Betriebe aus Handel und Tourismus von einer eingetrübten Geschäftslage, während sich die ohnehin gute Stimmung in der Industrie noch weiter verbessert. Der IHK-Konjunkturklimaindikator, in dem die derzeitige Lage und die Aussichten für die Zukunft verrechnet werden, verharrt daher auf hohem Niveau und über dem langjährigen Durchschnitt.
Jeder zweite Betrieb bewertet der Umfrage zufolge seine gegenwärtige Situation als gut, 43 Prozent der Unternehmen immerhin als befriedigend. "Rückenwind bekommt die niederbayerische Wirtschaft von einer allgemein kräftigen Nachfrage aus dem Inland und der Eurozone", erläutert IHK-Präsident Thomas Leebmann. Warum die Industriebetriebe die Lage so viel besser sehen, als Handel und Tourismus, begründet Leebmann so: "Die Übernachtungszahlen im Bayerischen Wald und im Golf- und Thermenland sind in den vergangenen Monaten hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Gleichzeitig könnte die anziehende Inflation und die allgemeine Unsicherheit für den Dämpfer in der Kauflaune der Verbraucher verantwortlich sein." Seiner Ansicht nach werde diese Verschnaufpause aber nur von kurzer Dauer sein, denn über alle Branchen hinweg sei die Zuversicht seit Jahresbeginn gewachsen. "Mehr als jeder Vierte ist optimistisch gestimmt, nur acht Prozent rechnen mit einer Verschlechterung. Man darf daher mit vollen Auftragsbüchern und einer guten Kapazitätsauslastung rechnen."
Die Konjunkturaussichten sind also gut – allerdings nicht frei von Risiken. Bereits jetzt kühlen die steigenden Energie- und Rohstoffpreise die Belebung aus dem vergangenen Jahr ab und führen zu einem leichten Anstieg der Verkaufspreise. Sorge bereitet dem IHK-Präsidenten zudem die steigende Unsicherheit auf internationalem Parkett: "Der bevorstehende Brexit, Nationalisierungstendenzen und der neue Kurs der US-Regierung können den globalen Handel erschweren und gravierende Auswirkungen insbesondere auf die stark exportorientierte niederbayerische Industrie haben." Jeder fünfte Betrieb sehe darüber hinaus in der Instabilität Italiens eine Gefahr.
Außerdem wird der Fachkräftemangel für immer mehr Betriebe zu einem Problem. 20 Prozent der Unternehmen geben an, ihre Mitarbeiterzahl auch in Zukunft weiter aufstocken zu wollen, gleichzeitig müssen aufgrund fehlender Bewerber offene Stellen aber immer häufiger unbesetzt bleiben. "In der Umfrage äußert sich daher jeder Zweite kritisch zu einer geplanten Einschränkung der Arbeitsmarktflexibilität, etwa die Abschaffung der sachgrundlosen Befristung", berichtet Leebmann.