Konjunktur nach Branchen
Branchenüberblick
J=Jahresbeginn, F=Frühjahr, H=Herbst
Im IHK-Konjunkturklimaindikator werden die aktuelle Lage und die Geschäftserwartungen verrechnet. Der Wert bildet die Stimmung in der Wirtschaft ab.
Industrie
- Die Entwicklung der Auftragsbestände verdeutlicht die schwindende Wettbewerbsfähigkeit der niederbayerischen Industrie: 48 Prozent der Befragten bewerten die verfügbaren Bestellungen als unzureichend, nur noch 14 Prozent sprechen von gut gefüllten Auftragsbüchern. Ähnliches gilt auch für die Kapazitätsauslastung der Unternehmen.
- Eine merkliche Verschlechterung der Lage ist im Maschinenbau zu beobachten. Ein wichtiger Grund dafür ist die Investitionszurückhaltung in anderen Wirtschaftsbereichen, für die der Maschinenbau als Zulieferer auftritt, etwa Fahrzeugbau, Chemie oder Bauindustrie.
Handel
- Der Handel sieht sich mit spürbaren Nachfrageverschiebungen konfrontiert: Ein zunehmend größerer Anteil des Weihnachtsgeschäfts wird durch Sonderaktionen wie „Black Friday“ und „Cyber Monday“ bereits in den November vorgezogen.
- Diese Entwicklung trifft vor allem den stationären Handel, der über rückläufige Umsätze klagt, während der Online-Handel Zuwächse verzeichnet.
- Als wesentliche Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung nennen die Händler vor allem die schwächelnde Inlandsnachfrage sowie
steigende Arbeitskosten.
Dienstleister
- Das Konjunkturklima der Dienstleister erreicht erneut den im Branchenvergleich höchsten Wert, insbesondere die Geschäftslage zeigt sich robust.
- Im Einklang mit diesem positiven Stimmungsbild melden die Dienstleister eine solide Auslastung.
- Ausgesprochen erfreuliche Ergebnisse verzeichnen das Kreditgewerbe, die Steuer- und Unternehmensberatung sowie die Informationstechnologie. In der Immobilienwirtschaft hält der Aufwärtstrend an, während produktionsnahe Dienstleister, etwa in den Bereichen Verkehr und Lagerwirtschaft, mit gemischten Gefühlen in die Zukunft blicken.
Tourismus
- Im Tourismusgewerbe hat sich die Lage deutlich eingetrübt. Grund dafür sind schlechte Umsatzzahlen, etwa bei Geschäftsreisenden und Tagestouristen.
- Die Beschäftigungspläne weisen nach unten, auch Investitionen nehmen ab.
- Mit 73 Prozent klagt ein großer Teil der Tourismusunternehmen über hohe Energie- und Rohstoffpreise – der höchste Wert im Vergleich zu anderen Branchen.
- Die finanzielle Lage vieler Betriebe ist angespannt: Gut 30 Prozent berichten von einer schlechten oder sogar existenzbedrohenden Liquiditätssituation.